FREIE WÄHLER sehen Potenzial in einer Dorf-App

Wie kann eine App dazu beitragen, den ländlichen Raum zu stärken? Und welches Potenzial hat eine digitale Lösung in Regionen, die unter weggebrochener Infrastruktur leiden? Darüber informierte sich Engin Eroglu, Europaabgeordneter der FREIE WÄHLER, kürzlich bei einem Besuch der Fabrik19/Distama GmbH in Gießen.

Im Fokus des Treffens stand die App „digitales dorfleben im Landkreis Gießen“, die das Technologieunternehmen im Auftrag des Landkreises Gießen konzipiert und umgesetzt hat. Seit Mitte Oktober steht die Anwendung in den App-Stores zum Download zur Verfügung. „Mittlerweile haben bereits 20 Prozent der Einwohner die App auf ihrem Smartphone“, berichtete Sabine Köhler-Lindig, die als Produktverantwortliche Ergolu und seinen Begleitern einen interessanten Einblick in Unternehmen und Technologie gab. Neben Alexander Stolz, stellvertretender Vorsitzender des FREIE WÄHLER Kreisverbandes Gießen, nahm auch Vorsitzender Kurt Hillgärtner an dem Austausch teil. Für Hillgärtner selbst war es allerdings kein gänzlich neues Thema: Als Vorsitzender der LEADER- Region GießenerLand e.V. war er mit dem EU-geförderten Projekt schon bestens vertraut.

In einer zweijährigen Pilotphase steht die Apps zunächst den Bürgern von Biebertal-Königsberg, Staufenberg-Treis, Langgöns-Dornholzhausen, Buseck-Oppenrod und Grünberg-Harbach zur Verfügung. Einen öffentlichen Bereich mit Nachrichten, Notfallnummern und Veranstaltungen kann jeder Interessierte einsehen, doch die Community-Funktionen stehen nur verifizierten, eingeloggten Nutzern bereit. Sie können miteinander chatten, in Gruppen diskutieren oder Angebote und Gesuche auf dem digitalen „Marktplatz“ einstellen.

Begleitend zur Einführung haben engagierte Ehrenamtliche aus den Pilotdörfern in VHS-Kursen gelernt, wie sie Inhalte in die App einfügen, um aktuell über ihre Vereine und Initiativen zu berichten. Weitere Kurse der Kreis-Volkshochschule fanden für Senioren statt, um ihnen den Umgang mit dem Smartphone generell näher zu bringen und ihnen den Zugang zur Dorf-App zu erleichtern. „In einer zweiten Phase werden jetzt Direktvermarkter in der App integriert, um auch das Thema Nahversorgung vor Ort zu verbessern“, so Köhler-Lindig.

Eroglu zeigte sich besonders erfreut über die hohen Nutzerzahlen: „Das ist schon beeindruckend und nicht selbstverständlich“, lobte der Europaabgeordnete den erfolgreichen Projektstart.

Natürlich durfte auch ein Rundgang durch das Büro der Fabrik19 im ehemaligen Postverteilzentrum nicht fehlen – hatten die FREIE WÄHLER selbst doch früher hier ihr Büro. Vor einem Jahr zog das Technologieunternehmen ein, nachdem die ehemalige Halle aufwendig umgebaut wurde. Fabrik19-Geschäftsführer Mark Pralle hat dort, wo früher Briefe und Pakete sortiert wurden, nicht nur die neuen Räume für sein Unternehmen gefunden, sondern zusammen mit Dr. Sebastian Schmidt von der SleevesUp! Spaces GmbH auch einen Coworking Space in unmittelbarer Nähe zum Gießener Bahnhof eröffnet.

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